Film «Ascension»

Am Human Rights Film Festival zeigt Public Eye gemeinsam mit Solidar Suisse den Film «Ascension» über Arbeitsrechte in China

Die Plastikfrau schaut in die Kamera, die Pupillen starr, der Mund aufgerissen – wie ein stummer Schrei wirkt dieses Bild. Dann vervollständigt eine chinesische Arbeiterin mit versierten Handgriffen ihr Werk: Sie bemalt die Lippen, färbt die Augen grün, leimt die Vagina – alles nach westlichem Vorbild auf dem Handydisplay. Es entsteht eine Sexpuppe für den globalen Markt – eine von vielen denkwürdigen Szenen in dieser künstlerisch ambitionierten Dokumentation. In einem grössenwahnsinnigen Wasserpark vergnügen sich Menschenmassen, Soldat*innen üben perfekt choreografierte Paraden. Die Bilder bleiben unkommentiert und hinterlassen ein Gefühl, dass das Individuum wenig zählt. Schnitt, Sounddesign und Bildsprache fügen sich zu einer beeindruckenden Collage chinesischer Produktionsketten und Alltagsszenen: Sie zeigen die Menschen ganz unten, die für 2.99 Dollar pro Stunde schuften, sowie die Manager*innen ganz oben, die dank weltweitem Konsumwahn zu Milliardär*innen geworden sind.

Podium: «Fortschritt» auf Kosten von Arbeits- und Menschenrechten

Nirgendwo werden die Folgen unserer Fortschrittsgläubigkeit und den damit verbundenen Problemen deutlicher als in China, wo Produktivität und Massenkonsum über allem stehen. Bernhard Herold (ehem. Programmverantwortlicher Asien, Solidar) und Thomas Braunschweig (Experte Handelspolitik, Public Eye) diskutieren, wie sich unser Konsumverhalten und weltweite Lieferketten auf das Klima und soziale Ungleichheiten auswirken und warum die Verantwortung für würdige Arbeitsbedingungen auch in China bei uns allen liegt.
Moderation: Katharina Morawek, HRFF Zurich
Präsentiert mit Solidar Suisse und Public Eye

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