Blutende Bananen: Über 28’000 Menschen protestieren gegen die Ausbeutung bei Chiquita-Zulieferern
Etoy, 23. September 2026
28’241 Menschen haben sich der von Public Eye organisierten virtuellen Demonstration angeschlossen, um gegen eklatante Arbeitsrechtsverletzungen bei Zulieferern von Chiquita in Guatemala zu protestieren. Angesichts des Schweigens und der Untätigkeit des aus Steuergründen in Etoy (VD) ansässigen Konzerns wurde die Mobilisierung heute vor dem Hauptsitz fortgesetzt, wo wir die Petition dem Nachhaltigkeitsdirektor überreichten. Die von blutigen Bananen untermalte Botschaft unserer Aktion vor Ort: «Chiquita Basta!»
Im April berichtete Public Eye über die üblen Zustände auf den Plantagen von Lieferanten des Konzerns in Guatemala. Dort schuften Tausende von Erntehelfern bei drückender Hitze bis zu 12 Stunden am Tag – für Löhne, die oft unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Um durchzuhalten, greifen viele Landarbeiter*innen zur «Bomba»: einer gefährlichen Mischung aus dem Opioid Tramadol und Energy-Drinks. Zudem sind sie schutzlos dem Versprühen von Pestiziden aus der Luft ausgesetzt. Wer diese missbräuchlichen Arbeitsbedingungen kritisiert oder versucht, sich gewerkschaftlich zu organisieren, riskiert die direkte Entlassung oder kommt auf eine schwarze Liste.
Fast die gesamte Chiquita-Produktion wird von der Rainforest Alliance zertifiziert. Nach Publikation unserer Recherche führte das Label mit dem grünen Frosch ein Audit durch, das die dokumentierten Missstände weitgehend bestätigte. Die Zertifizierung einer der betroffenen Plantagen wurde daraufhin ausgesetzt. Aber Chiquita hat weder unsere Fragen beantwortet noch Massnahmen zur Behebung der skandalösen Zustände ergriffen. Diese Ignoranz ist umso problematischer, als Chiquita durch die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit lateinamerikanischen Bananengewerkschaften (COLSIBA) und dem internationalen Gewerkschaftsverband IUF zur Achtung der Gewerkschaftsrechte verpflichtet ist. Diese gilt auch für Lieferanten des Konzerns. Chiquita muss seiner Verantwortung endlich nachkommen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen auf den Plantagen gewährleisten.
Dieser Fall reiht sich in eine lange Tradition der Verletzung von Arbeitsrechten durch Chiquita ein. Heute gewährt die Schweiz solchen Unternehmen erst Steuervergünstigungen und profitiert dann schamlos von den so generierten Steuereinnahmen. Deshalb braucht es schnellstmöglich ein wirksames Gesetz zur Konzernverantwortung, das solche und andere Menschenrechtsverstösse verhindert und ahndet.
Fotos von der Übergabeaktion gibt es hier.
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