Patente als Hemmschuh für die Forschung?

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Die Pharmabranche beteuert unaufhörlich, Patente seien ein notwendiger Garant für Innovationen. Doch ging die Zahl neuer Wirkstoffe, die von den Arzneimittelbehörden zugelassen werden, seit 1990 zurück, während die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) sich mehr als verdreifacht haben.

Schlimmer noch: Mehrere unabhängige Studien haben ergeben, dass bei zwei Dritteln der 'neuen‘ Medikamente oder Indikationen, die jedes Jahr auf den Markt kommen, kein deutlicher therapeutischer Fortschritt nachgewiesen werden kann, oder sie sogar schlechter sind als die bereits bekannten Medikamente auf dem Markt.

Um sich Profite zu sichern und Marktanteile zu gewinnen, scheuen sich die Pharmafirmen auch nicht, ein und dieselbe Substanz mit mehreren Patenten zu belegen, so den Patentschutz zu verlängern und die mit Generika handelnde Konkurrenz zu hemmen. Diese Praxis nennt sich „Evergreening“ und ist integraler Bestandteil des Geschäftsmodells der Branche. Sie bedroht den Zugang armer Bevölkerungsschichten zu lebenswichtigen Medikamenten und bremst die gesamte pharmazeutische Forschung.