Investigation Award

Die Aufdeckung verborgener Fakten kann die Welt verändern: Deshalb schreibt Public Eye den anlässlich ihres 50-Jahre-Jubiläums 2018 initiierten «Investigation Award» nun im Zweijahresrhythmus aus. Dieser Preis soll Medienschaffende und NGOs unterstützen, die Aktivitäten von Schweizer Unternehmen in benachteiligten Ländern und deren Folgen untersuchen – im Hinblick auf Menschenrechtsverletzungen, Umweltschäden oder Finanzdelikte.

Weitere Informationen

  • Ein notwendiger Preis

    Anlässlich unseres 50. Geburtstags haben wir bei Public Eye 2018 mit dem «Investigation Award» ein lange gehegtes Wunschprojekt in die Tat umgesetzt. Der neue Preis soll Journalistinnen und Journalisten sowie investigative NGOs unterstützen, die zu Unternehmen mit Sitz oder massgeblicher Präsenz in der Schweiz recherchieren, deren Aktivitäten schädliche Auswirkungen in Entwicklungs- und Schwellenländern haben.

    Mit ihren über 50 Eingaben hat die erste Ausgabe eindrücklich gezeigt, welch brisante und relevante Rechercheprojekte in den Pipelines stecken – aber auch, dass viele Reporter, Korrespondentinnen und zivilgesellschaftliche Rechercheure immer häufiger nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um aufwändige Langfristprojekte zu realisieren. Dies hat Public Eye dazu bewogen, den Award im Zweijahresrhythmus weiterzuführen. Denn nur die Aufdeckung konkreter Fälle von verantwortungslosem Konzernhandeln führen zu den nötigen gesellschaftlichen Debatten und politischen Veränderungen, die solches Fehlverhalten künftig verhindern oder zumindest bestrafen können.

    Für die Ausgabe 2020, wo wir wieder zwei Rechercheprojekte mit je 10'000 Franken fördern, läuft die Bewerbungsfrist noch bis 9. März. Mehr Infos dazu hier.

  • Eine renommierte Jury

    Zur Ermittlung der Gewinnerprojekte  des Investigation Award setzten wir eine Jury ein, die aus Mitarbeitenden von Public Eye sowie renommierten Investigativ-Profis bestand, die ungeachtet der aktuellen Medienkrise weiter starke und kluge Recherchen betreiben.

    • Anya Schiffrin ist Direktorin der Abteilung "Technologie, Medien und Kommunikation" an der "School of International and Public Affairs" der Columbia University in New York, und Herausgeberin diverser Journalismus-Fachbücher, darunter „Global Muckraking“. Zuvor arbeitete sie unter anderem als Korrespondentin der Nachrichtenagentur Reuters in Spanien und war Bürochefin vom Wall Street Journal in Holland und Vietnam. Schiffrin ist zudem Beraterin der Open Society Foundation von George Soros und des auf Rohstoffpolitik spezialisierten Natural Resource Governance Institute.

    • Oliver Zihlmann ist Co-Leiter des nationalen Recherche-Desk von Tamedia (u.a. Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung, Le Matin Dimanche, Tribune de Genève). Der promovierte Historiker ist Mitglied des International Consortium of Investigative Journalism (ICIJ) und leitete die Schweizer Projektteams zu Swissleaks, Panama Papers und zuletzt Paradise Papers. Zuvor arbeitete er beim Schweizer Fernsehen, als Korrespondent in Berlin und schrieb das politische Sachbuch „Der Fall Borer“.
    • Der Australier Will Fitzgibbon arbeitet seit 2014 als „senior reporter“ für das ICIJ. Er koordiniert dort als Leiter des „Africa Desks“ die Zusammenarbeit mit ICIJ-Partnern aus Afrika und dem Nahen Osten. Vorher arbeitete er in London für das „Bureau of Investigative Journalism“, seine Arbeiten erschienen unter anderem im Guardian und im Observer. Nach einem Bachelor in Recht in Australien hat er an der „London School of Economics“ ein Masterstudium absolviert.
    • Géraldine Viret ist seit 2009 Medienverantwortliche für die Romandie bei Public Eye. Nach dem Lizentiat mit Spezialisierung in vergleichender Literaturwissenschaft absolvierte sie eine Ausbildung in Unternehmenskommunikation. Neben dem Public Eye Magazin schreibt Géraldine Viret auch regelmässig für die Zeitschrift der Stiftung trigon-film, die sich für die Förderung von Filmen aus Entwicklungs- und Schwellenländern einsetzt.
    • Adrià Budry Carbó ist investigativer Journalist in der Abteilung Rohstoffhandel & Finanzen bei Public Eye und hat u.a. die Recherche über Trafiguras Ölförderungen im Südsudan mitverfasst. Nach Abschluss der London School of Economics arbeitete er als Wirtschaftsjournalist für die Genfer Tageszeitung Le Temps. In einem anderen Leben war er auch einmal beim Nuevo Diario in Nicaragua. Für seine Reportage Trap on the high seas an Bord der Aquarius gewann er mit der Fotografin Camille Pagella den ersten ACANU-Preis.
    • Der Mediensprecher Oliver Classen ist seit über zehn Jahren Teil des Public Eye Teams. Er ist Co-Autor des Rohstoff-Buchs und koordinierte mehrere Jahre die Public Eye Awards (2000-2015), unsere Gegenveranstaltung zum WEF in Davos. Zuvor arbeitete er als Journalist für verschiedene Zeitungen, darunter die Handelszeitung und der Tagesanzeiger.
  • Gewinner-Projekte 2018

    Zu ihrem 50. Geburtstag lancierte Public Eye 2018 den Investigation Award – bereits in der ersten Durchführung mit grossem Erfolg. Aus den 55 eingereichten Projekten aus 22 Ländern wählte die Fachjury zwei besonders brisante Recherchen aus: Marie Maurisse untersuchte die Geheimrezepte von Schweizer Tabakmultis, während Gie Goris und Nicola Mulinaris der Rolle von Schweizer Reedereien beim Abwracken von Schiffen in Südasien auf den Grund gingen. 

    Um die beiden Vorhaben zu finanzieren setzte Public Eye zum ersten Mal auf Crowdfunding. 30'000 gespendete Franken ermöglichten die beiden Recherchen, deren Resultate im Januar 2019 parallel online und in einer Spezialausgabe des Public Eye Magazins veröffentlicht wurden. 

    «Giftige Zigaretten für Afrika»

    Sind Zigaretten, die Schweizer Tabakkonzerne in Afrika verkaufen, schädlicher als Zigaretten für den europäischen Markt? Diese Frage steht im Zentrum des Gewinnerprojekts von Marie Maurisse, freie Journalistin und Mitgründerin der Agentur Vesper in Lausanne. Dafür recherchierte sie in Europa und Marokko zu den Praktiken einer Industrie, die seit Jahrzenten alles daransetzt, politischen Bestrebungen zur Eindämmung des Tabakkonsums entgegenzuwirken. 

    «Die Hölle auf dem Schiffsfriedhof»

    Für ihr Gewinnerprojekt machten Gie Goris vom flämischen MO* magazine und Nicola Mulinaris von der NGO Shipbreaking Platform gemeinsam eine Reportage über die Schiffsabwrackung an den Stränden Indiens. Dort verschrotten auch diskrete Schweizer Reedereien wie die Genfer MSC ihre ausrangierten Frachtschiffe. Die beiden Journalisten wollten vor allem den Opfern dieses "giftigen Kolonialismus" mit seinen erschreckenden sozialen und ökologischen Folgen eine Stimme geben. 

  • Ausschreibung 2020

    Teilnahmeberechtigt sind Journalistinnen und Journalisten genauso wie Mitarbeitende von NGOs oder anderen Institutionen, die in Entwicklungs- und Schwellenländern recherchieren. Einsendeschluss für die Vorschläge ist der 9. März 2020 (per Email: awards@publiceye.ch). 

    Alle Informationen finden Sie hier oder als PDF zum Downlaod:

     

    Dokumente in anderen Sprachen:

    Englisch

    Französisch

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Der Public Eye Investigation Award nimmt die Gegenwart ins Visier, spiegelt aber auch eine lange Tradition unserer Organisation wider: Unsere Kampagnen- und Lobbyarbeit stützte sich schon immer auf das oft schwierige Dokumentieren illegitimer oder illegaler Machenschaften, um ein Problembewusstsein zu schaffen und Handlungsbedarf deutlich zu machen. 

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