Breite zivilgesellschaftliche Allianz lanciert Referendum gegen den Abholzungs-Vertrag

Eine breite zivilgesellschaftliche Allianz sammelt seit Dienstag Unterschriften gegen das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten. An einer Pressekonferenz kritisierten verschiedene Organisationsvertreter:innen die Auswirkungen des Abkommens auf den bereits stark gefährdeten Amazonas-Regenwald, die Menschenrechte sowie die Schweizer Landwirtschaft.

Eine breite zivilgesellschaftliche Allianz hat am Dienstag das Referendum gegen den schädlichen Abholzungs-Vertrag mit den Mercosur-Staaten ergriffen. An einer Pressekonferenz legten verschiedene Allianzorganisationen sowie Vertreter:innen aus der Landwirtschaft und politischen Parteien dar, aus welchen Gründen sie das Abkommen bekämpfen. Die Allianz hat bis zum 21. Januar 2027 Zeit, um die benötigten 50’000 gültigen Unterschriften bei der Bundeskanzlei einzureichen.

Ungenügender Schutz von Umwelt und Menschenrechten

Grossflächiger Sojaanbau und intensive Rinderhaltung sind zentrale Treiber der Abholzung von Regenwäldern in den Mercosur-Staaten. Die Ausdehnung der industriellen Landwirtschaft führt zu Vertreibungen Indigener Gemeinschaften und immer wieder werden auf den Plantagen Fälle von Zwangsarbeit publik. Das Freihandelsabkommen schafft zusätzliche Anreize für den Import von Lebensmitteln aus solcher Produktion. Damit droht das Abkommen die Zerstörung des bereits stark gefährdeten Amazonas-Regenwald weiter voranzutreiben und setzt Menschen- und Arbeitsrechte unter Druck.

Schweizer Landwirtschaft gerät zusätzlich unter Druck

Auch für die Schweizer Landwirtschaft birgt das Abkommen erhebliche Risiken. Die 25 bilateralen Kontingente ausserhalb der WTO-Kontingente setzen die Schweizer Landwirtschaft massiv unter Druck. Während Schweizer Rinderhalter:innen oder Winzer:innen für die hohe Qualität der Schweizer Lebensmittel strenge Auflagen einhalten, werden in den Mercosur-Staaten massiv Pestizide und Antibiotika eingesetzt und in der Tierhaltung gelten wesentlich tiefere Standards. Bauernvertreter:innen warnen deshalb vor zusätzlichem Preisdruck und Wettbewerbsnachteilen für die Schweizer Landwirtschaft.

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