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Public Eye engagiert sich gegen Biopiraterie und arbeitet unter anderem zu konkreten Biopirateriefällen, bei welchen die Grundregeln der Biodiversitätskonvention verletzt werden. Sie setzt sich für die Umsetzung der Biodiversitätskonventionein, um der illegalen Nutzung genetischer Ressourcen ein Ende zu setzen.

Als Biopiraterie bezeichnet man die unrechtmässige Aneignung genetischer Ressourcen und/oder des damit verbundenen traditionellen Wissens. Man kann zwei Formen der Biopiraterie unterscheiden:

PIC: Prior Informed Consent (vorgängig informierte Zustimmung) ABS: Access- + Benefit Sharing (geregelter Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechter Ausgleich)
  • Einerseits ein unrechtmässiges Verhalten im Sinne der Biodiversitätskonvention und/oder der nationalen Gesetzgebungen. Die Biodiversitätskonvention übergibt die Kontrolle der genetischen Ressourcen den einzelnen Staaten und schreibt eine faire und ausgewogene Teilung des Nutzens der genetischen Ressourcen und des traditionellen Wissens vor. Um dies sicherzustellen, muss jede Person oder Institution, die Zugang zu genetischen Ressourcen wünscht, die auf Kenntnis der Sachlage begründete Zustimmung (Prior Informed Consent, PIC) der ressourcengebenden Partei erhalten. Zudem müssen die Vorteile, die sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen oder des traditionellen Wissens ergeben, zwischen den Parteien ausgewogen und gerecht aufgeteilt werden (Access and Benefit-Sharing, ABS). Werden beim Zugang zu genetischen Ressourcen und/oder traditionellem Wissen diese Grundregeln missachtet, spricht man von Biopiraterie.
  • Die andere Form der Biopiraterie bezieht sich auf unrechtmässiges Verhalten im Sinne des Patentrechts. Wird etwas patentiert, was schon vorher existierte oder bekannt war - also keine Neuheit darstellt - sprechen viele Nichtregierungsorganisationen von Biopiraterie. Dabei kann es sich um die Patentierung einer Pflanze oder einer spezifische Anwendung traditionellen Wissens handeln. Diverse erfolgreiche Einsprachen gegen Biopiraterie-Patente zeigen, dass das Patentsystem nichtüber genügende Kontrollmöglichkeiten verfügt, solche unrechtmässigen Patente bereits bei der Einreichung zurückzuweisen. Die Beweislast wird somit auf die Schultern der Betrogenen abgewälzt, welche oft weder das juristische Knowhow noch das nötige Geld haben, um die Nachprüfung eines Patentes zu veranlassen.

Public Eye hat bisher unter anderem folgende Fälle von Biopiraterie aufgedeckt: Stevia, Hoodia, Pelargonium, Swartzia madagascariensis und Rooibos.