Kampagne «Stopp Chiquita» (2026)

Arbeiter*innen in Guatemala schleppen täglich bis zu 9 Tonnen Bananen für Chiquita, können davon aber kaum leben. Schweizer Konzerne dürfen keine Hungerlöhne zulassen. Mit einer Kampagne haben 28'241 Menschen protestiert: Der Konzern mit Sitz in der Schweiz muss endlich auch auf seinen Zulieferplantagen für Mindestlöhne sorgen, Arbeiter*innen vor Pestiziden schützen und die Gewerkschaftsfreiheit sichern!

Am 23. September 2026 haben wir den digitalen Protest vor den Hauptsitz nach Etoy (VD) gebracht und die 28'241 Unterschriften an Chiquita übergeben.

Wir bleiben dran und fordern nicht nur von Unternehmen wie Chiquita, dass sie ihre Verantwortung wahrnehmen, sondern auch endlich eine wirksame Regulierung von Konzernen!

Medienmitteilung lesen, Video der Aktion ansehen

Unsere Reportage aus Guatemala

Die Geschichte der Fair-Trade-Bananen in der Schweiz

In den 1970er-Jahren haben die Bananenfrauen von Frauenfeld die Schweizer Öffentlichkeit für die Missstände im Bananenanbau sensibilisiert. Anne-Marie Holenstein hatte wenige Jahre zuvor das Sekretariat der Erklärung von Bern aufgebaut, der Vorläuferorganisation von Public Eye. Auf ihren Rat hatten die Bananenfrauen die Migros mit einer frechen Rabattaktion unter Druck gesetzt. Das schriftliche Interview finden Sie hier.

FAQ: Wichtige Zusatzinfos

Weitere Informationen

  • Worum es bei der Kampagne ging

    Auf Chiquita-Zulieferplantagen in Guatemala arbeiten Menschen bis zu zwölf Stunden täglich – für Löhne unter dem gesetzlichen Mindestlohn und ohne Schutz vor Pestiziden, die Flugzeuge über ihren Köpfen versprühen. Wer sich gegen diese Zustände wehrt, riskiert die Kündigung. 

    Chiquita hat seinen Sitz in der Schweiz und die Marktmacht, die Situation sofort zu verbessern. Wir wollen, dass Schweizer Konzerne ihre Verantwortung wahrnehmen und forderten deshalb mit einer digitalen Demo vor dem Hauptsitz von Chiquita einen gesetzlichen Mindestlohn für alle Arbeiter*innen auf den Plantagenarbeiter*innen, Schutz vor Pestiziden und Respektierung der Gewerkschaftsfreiheit! 28'241 Menschen haben an der digitalen Demo teilgenommen.

  • Weshalb ist Chiquita verantwortlich für Missstände bei Zulieferbetrieben?

    Die UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen legen klar fest, dass Unternehmen in ihren Geschäftsbeziehungen und in ihrer Wertschöpfungskette - also auch bei Zulieferbetrieben - eine Verantwortung zur Achtung der Menschenrechte haben. Chiquita hat zudem vor 25 Jahren bereits mit den lateinamerikanischen Bananen- und Agroindustrie-Gewerkschaften ein Abkommen über Arbeitsbedingungen abgeschlossen, das explizit auch Zulieferbetriebe mit einbezieht.

  • Was würde die Annahme der neuen Konzernverantwortungsinitiative ändern?

    Die Konzernverantwortungsinitiative verlangt, dass Konzerne mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte und Umweltstandards in ihrer gesamten Wertschöpfungskette achten. Würde sie angenommen, müsste Chiquita, das seinen Konzernsitz im Kanton Waadt hat, Sorgfaltspflichten erfüllen, um die Einhaltung dieser Rechte und Standards zu garantieren. Bei einer unabhängigen Aufsichtsstelle könnte Beschwerde eingereicht werden. Diese könnte bei Verstössen beispielsweise eine Busse verhängen. Bei Menschenrechtsverletzungen durch Chiquita oder Tochterfirmen wäre der Konzern in der Schweiz zivilrechtlich haftbar, sofern er seinen Sorgfaltspflichten nicht nachkommt.

  • Was hat das Label Rainforest Alliance zu bedeuten?

    Chiquita lässt einen Grossteil seiner weltweiten Produktion durch den freiwilligen Nachhaltigkeitsstandard von Rainforest Alliance zertifizieren, darunter alle von Public Eye besuchten Plantagen in Guatemala. Die Recherche von Public Eye hat Missstände aufgedeckt, die gemäss dem Standard der Rainforest Alliance nicht auftreten dürften; beispielsweise Löhne unter dem gesetzlichen Mindestlohn oder die Repression gegen Gewerkschaften. Das Label hat bei Gewerkschaften in Lateinamerika einen schlechten Ruf. Es unternehme nicht genug, um Arbeitsrechte zu schützen und sei so wenig mehr als Greenwashing. 

    Rainforest Alliance hat zu unserer Recherche ausführlich Stellung genommen. Teilweise hat das Label die von Public Eye vorgefundenen Missstände bestätigt. Noch steht aus, ob sich die Situation der Plantagenarbeiter*innen dadurch verbessert hat.

Reportage aus Guatemala Toxische Bananen: Chiquita und die geschundenen Körper