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Mit dem Nagoya-Protokoll soll die gerechte Aufteilung des Nutzens genetischer Ressourcen endlich durchgesetzt werden können.

Zwischen 2004 und 2010 verhandelte die Staatengemeinschaft über ein internationales Regelwerk über den Zugang zu genetischen Ressourcen und die gerechte Aufteilung des Nutzens. Nach zähen Verhandlungen wurde im Oktober 2010 an der Vertragsparteienkonferenz der Biodiversitätskonvention das Nagoya-Protokoll verabschiedet. 

Public Eye war an den Verhandlungen zum Nagoya-Protokoll als Beobachterin anwesend und begleitet nun auch die Diskussion zur Umsetzung des Protokolls in der Schweiz und in Europa.

Diverse Artikel des Protokolls sind sehr vage formuliert. Gefordert sind deshalb die Mitgliedsstaaten: mit einer optimalen Umsetzung auf nationaler Ebene gilt es die Biopiraterie wirksam zu bekämpfen. Wenn auf illegale Art und Weise auf genetische Ressourcen zugegriffen und der Nutzen nicht aufgeteilt wird, soll daraus kein Profit geschlagen werden können. Dazu braucht es Kontrollen, z.B. bei der Zulassung von Medikamenten oder Kosmetika oder bei den Patentämtern.

Bei der Bekämpfung der Biopiraterie ist entscheidend, dass auch die Nutzerländer die Einhaltung der Zugangsregelungen in den Ursprungsländern der genetischen Ressourcen und eine gerechte Aufteilung des Nutzens einfordern und kontrollieren. Ebenso wichtig ist, dass auch die seit Jahrzehnten in botanischen Gärten und Saatgutbanken des Nordens aufbewahrten genetischen Ressourcen bei einer neuen Nutzung in die Umsetzung des Protokolls eingeschlossen werden.

Die neue Studie «The two worlds of Nagoya (PDF, 1.5 MB)» analysiert die grossen Unterschiede bei der Implementierung des Nagoya-Protokolls in der EU im Vergleich mit dessen Umsetzung in den Herkunftsstaaten genetischer Ressourcen. Der Bericht zeigt Lösungsansätze, wie Herkunftsstaaten und traditionelle Gemeinschaften trotz der mangelhaften Umsetzung in der EU und der Schweiz ihre Rechte geltend machen können.