Navigationspfad

1. Die Staaten müssen effizientere Massnahmen einführen, um Oligopole zu verhindern. Es ist zu prüfen, ob die gegenwärtigen Schwellenwerte für eine marktbeherrschende Stellung angemessen sind. Auch die Verträge der Vertragslandwirtschaft sollten kontrolliert werden. Missbräuchlicher Kauf­, Handels­ und Werbepraktiken sind zu unterbinden.

2. Öffentliche Subventionen müssen transparent und einer nachhaltigen Landwirtschaft förderlich sein. Von Subventionen profitieren meist eher grosse Unternehmen. Zudem unterstützen viele Subventionen eine industriali­sierte Landwirtschaft mit all ihren negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen. Die Schweiz geht hier mit ihrer Landwirtschaftspolitik und den ökologischen Direktzahlungen in die richtige Richtung.

3. Es braucht internationale Regelungen, um Menschenrechtsverletzungen der Konzerne zu ahnden. Das Recht auf Nahrung ist in inter­nationalen Abkommen vereinbart und wird von der Menschenrechtskommission der Ver­einten Nationen überwacht. Verletzungen des Rechts auf Nahrung durch Konzerne im Nahrungsmittelbereich können die Vereinten Na­tionen bisher weder verhindern noch verfol­gen. Es müssen geeignete Instrumente geschaffen werden, damit Konzerne sowohl international als auch national kontrolliert und zur Rechenschaft gezogen werden können.

4. Die Ernährungssouveränität muss gefördert werden. Handelspolitische Regelungen müs­sen es den Staaten ermöglichen, ihre lokalen Märkte vor dem Dumping grosser Exportnationen zu schützen. Klauseln in Investitionsabkommen, welche es den Agrarkonzernen ermöglichen, Staaten einzuklagen, sind abzu­lehnen. Nachhaltige regionale Nahrungsmittelproduktion, Handel und Verarbeitung sind zu schützen und zu fördern.

5. Der Einfluss der Konzerne auf Politik und Verwaltung muss reduziert werden. Den Konzer­nen soll es nicht länger möglich sein, die Han­dels­, Forschungs­ und Landwirtschaftspolitik nach ihren Interessen zu beeinflussen. Dazu müssen sich Politik und Verwaltung von den Konzernen emanzipieren. «Drehtür»­Personalwechsel zwischen Konzernen und öffentlicher Verwaltung sind zu unterbinden.

6. Verantwortliche Unternehmen sind ein Teil der Lösung. Verantwortliche Unternehmen in­formieren transparent über ihre Preispolitik und zeigen auf, wie sich die Profite entlang der Wertschöpfungskette verteilen. Sie informie­ren transparent über ihre Zulieferketten. Sie halten internationale soziale und ökologische Standards ein und verzichten auf ein Lob­bying, welches Konzerninteressen über das Gemeinwohl stellt.

Die Forderungen von Public Eye zu Pestiziden und Saatgut finden Sie in den thematischen Dossiers.