Syngenta, die Nummer eins in Brasilien

© Fábio Erdos Goias / Panos Pictures
Mit einem Absatz von 1,6 Mia. Dollar im Jahr 2017 und einem Marktanteil von 18% ist Syngenta die Nummer eins auf Brasiliens Pestizidmarkt. Das Geschäft floriert – auch dank des Verkaufs hochgefährlicher Pestizide.

Nach unseren Schätzungen verkaufte Syngenta 2017 in Brasilien «hochgefährliche Pestizide» (gemäss der Liste des Pesticide Action Network PAN) im Wert von knapp einer Milliarde Dollar.

Syngenta verkauft in Brasilien 21 Substanzen, die auf der PAN-Liste stehen. 9sind in  der Schweiz oder der EU verboten. Ada Cristina Pontes Aguiar, brasilianische Ärztin und Forscherin, kritisiert dieses Geschäftsmodell scharf: «Wenn ein Pestizid in seinem Ursprungsland, der Schweiz, verboten ist, sollte Syngenta es nicht in Brasilien oder anderen Ländern verkaufen dürfen. Es ist inakzeptabel, dass dieses Unternehmen auf Kosten der Menschen in meinem Land derart hohen Profit macht.»

In der Tat läuft das Geschäft rund: gemäss eigenen Angaben verzeichnete Syngenta in Brasilien 2018 im Segment „Pflanzenschutz“ ein Wachstum von 15 Prozent – und bleibt damit auch nach der Übernahme von Bayer durch Monsanto die Nummer eins auf dem Markt. Auch für 2019 stellt der Konzern optimistische Prognosen auf: Während er für die Branche ein einstelliges Wachstum sieht, werde Syngenta im zweistelligen Bereich zulegen, sagte kürzlich Valdemor Fischer, Direktor Syngenta Lateinamerika.

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Syngentas Antwort

Auf unsere Anfrage hin erhielten wir vom Basler Konzern eine ausführliche Antwort. Syngenta schreibt, man sei «nicht einverstanden mit der von PAN ausgearbeiteten Liste». Gewisse Pestizide, die dort aufgeführt sind, erachtet Syngenta nicht als «hochgefährlich». Syngenta spricht sich für eine Reglementierung von Pflanzenschutzmitteln aus, die nicht auf den inhärenten Gefahren dieser Substanzen beruht, sondern auf den mit der Exposition verbundenen Risiken, welche etwa durch Schulungsprogramme für Bäuerinnen und Bauern reduziert werden könnten. Die Firma versichert, dafür zu sorgen, dass die Risiken ausreichend identifiziert und auf ein Minimum reduziert werden. Sie beteuert, sie respektiere «alle Gesetze und Sicherheitsstandards der Länder, in denen unsere Produkte vermarktet werden».