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Die Verhandlungen für ein FHA zwischen der EFTA und Thailand begannen 2005. Doch bereits nach der zweiten Runde kamen die Gespräche wegen innenpolitischer Wirren ins Stocken. Seither wurden die Verhandlungen auf Eis gelegt und werden wohl trotz Bemühungen seitens der EFTA noch eine Weile ruhen - denn für die Wiederaufnahme benötigt die thailändische Regierung ein neues Mandat des Parlaments.

Bereits im Vorfeld der ersten Verhandlungsrunde haben Public Eye und die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz sowie 15 weitere NGOs aus EFTA-Staaten einen Brief an den damaligen UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Gesundheit, Paul Hunt, geschrieben. Darin wiesen sie auf die Gefahr hin, dass die Bestimmungen zum geistigem Eigentum,  welche die EFTA-Länder ins Abkommen integrieren möchten, den Zugang zu preisgünstigen Generika in Thailand erschweren würden (siehe dazu auch "Schweiz attackiert Zwangspatentierung"). Angesichts der vielen HIV/Aids-Betroffenen in Thailand ist der Zugang zu bezahlbaren Medikamenten zentral. Daher baten die Organisationen den Sonderberichterstatter, einen dringenden Appell an die EFTA-Länder zu senden, damit diese ihre menschenrechtlichen Pflichten wahrnehmen und davon absehen, im Freihandelsabkommen strengere Regeln zum geistigen Eigentum zu fordern und damit die Möglichkeiten von Thailand einschränken, die Bevölkerung mit günstigen Medikamenten zu versorgen.

Auch im Vorfeld der zweiten Verhandlungsrunde wurde Public Eye aktiv. Zusammen mit einer breiten Koalition von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Thailand, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz richtete sie einen Brief an die HandelsministerInnen der EFTA-Staaten. Die Forderung: Keine Bestimmungen im Freihandelsabkommen, die die Medikamentenversorgung, die Rechte der Bäuerinnen und Bauern sowie den Zugang zu günstigen Krediten gefährden könnten. Auf die Gefahr von TRIPS-plus-Forderungen für die thailändische Landwirtschaft und Gesundheitsversorgung haben auch zwei Experten aus Thailand anlässlich eines Besuchs in der Schweiz hingewiesen.