Navigationspfad

Das Landwirtschaftsabkommen der WTO (AoA: Agreement on Agriculture) trat 1995 in Kraft. Es bezweckt, den Marktzugang für landwirtschaftliche Produkte zu verbessern und interne Stützungsmassnahmen sowie Exportsubventionen abzubauen. Das übergeordnete Ziel der Ausweitung des Handels mit Agrargütern ist einseitig auf eine Export orientierte Landwirtschaft ausgerichtet.

Mit dem AoA zeigt sich, dass der Norden nicht bereit ist, die spezifischen Bedürfnisse und Probleme der Landwirtschaft im Süden anzuerkennen. Entsprechend nimmt das Abkommen wenig Rücksicht auf die zentrale wirtschaftlich und soziale Funktion, die der Agrarsektor für die Entwicklung eines Landes wahrnimmt.

Während den Entwicklungsländern mit dem Inkrafttreten des AoA der Gestaltungsspielraum für eine eigenständige Agrarpolitik massiv eingeschränkt wurde, haben sich viele der ihnen versprochenen Vorteile nicht eingestellt. Dies insbesondere deshalb, weil sich die Industrieländer bis heute erfolgreich dagegen wehren, ihre Exportsubventionen – mittels denen sie zum Schaden des Südens ihre Überschussprodukte zu Dumpingpreisen auf dem Weltmarkt absetzen – substantiell abzubauen.

Forderungen der Organisation Public Eye

Public Eye fordert eine grundlegende Neuausrichtung der globalen Agrarhandelsregeln. Diese müssen den einzelnen Staaten den notwendigen Handlungsspielraum einräumen und sich an folgenden Eckwerten orientieren:

  • Recht auf Nahrung
  • Existenzsicherung der Kleinbauern und –bäuerinnen
  • lokal angepasste und nachhaltige Anbauweise