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Konzernverantwortung


Transnationale Konzerne haben in den vergangenen Jahrzehnten von stetig wachsenden Freiheiten profitiert. Zugleich wurden aber kaum rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, die die Unternehmen zu einer verantwortlichen Geschäftstätigkeit gezwungen hätten. Stattdessen vertraute man auf die soziale Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility CSR), also die freiwillige Integration von Aktivitäten im sozialen Bereich und von Umweltbelangen in die unternehmerische Tätigkeit. Public Eye hält CSR-Instrumente für unzureichend und hat deshalb zusammen mit 80 Organisationen die Konzernverantwortungsinitiative lanciert. Das Ziel: verbindliche Regeln für Konzerne zum Schutz von Mensch und Umwelt – auch bei Auslandstätigkeiten.

  • Unternehmen müssen die Menschenrechte jederzeit und überall respektieren, so die UNO-Leitprinzipien für Unternehmen und Menschenrechte von 2011. Um ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen, müssen Unternehmen «menschenrechtliche Sorgfaltsprüfungen» durchführen.
  • Unter dem Dach der 2011 von Public Eye mit-initiierten Kampagne "Recht ohne Grenzen" wurden bis Juni 2012 über 135'000 Unterschriften gesammelt und dem Parlament übergeben.
  • Die 2016 mit 120‘000 gültigen Unterschriften eingereichte Konzernverantwortungsinitiative sieht vor, dass für Schweizer Unternehmen neu eine Sorgfaltsprüfungspflicht eingeführt wird. Das bedeutet: Alle Konzerne müssen überprüfen, ob durch Tätigkeiten im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards verletzt werden, entsprechend handeln und darüber berichten.

Wie die Initiative greifen soll

Wie die Initiative greifen soll
(c) Konzernverantwortungsinitiative

Neu können Betroffene in der Schweiz Klage einreichen, wenn ein Konzern gegen internationale Menschenrechts- und Umweltstandards verstösst.  Wenn die Konzerne angemessene Sorgfaltsprüfungen durchführen, können sie sich vor einer Klage schützen. Aufgrund drohender Kosten und eines möglichen Imageverlusts werden die meisten Konzerne von sich aus die notwendigen Massnahmen ergreifen und ihre Verantwortung global wahrnehmen. Damit kommt die präventive Wirkung der Initiative voll zum Tragen.

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