Wenn Arbeitsrechte verletzt werden

In der Mode-Industrie ist die Verletzung von Arbeitsrechten leider an der Tagesordnung, wie die folgenden Beispiele zeigen:
© Krista Mahr / Reuters

Gebäudesicherheit

Sichere und gesunde Arbeitsplätze sind leider keine Selbstverständlichkeit, wie 2013 einer breiten Öffentlichkeit mit dem tragischen Einsturz der Rana Plaza-Fabrik in Bangladesch klar wurde. Von 1990 bis 2013 starben alleine in bangladeschischen Kleiderfabriken fast 2200 Menschen und gegen 5000 wurden verletzt. Die Clean Clothes Campaign (CCC) hat gemeinsam mit den internationalen Gewerkschaften IndustriALL und UNI ein Gebäudesicherheits– und Brandschutzabkommen initiiert, das nach öffentlichem Druck von vielen Firmen unterschrieben wurde, darunter H&M und C&A.

© Justin Jin / Panos

Sandstrahlen

Mit Hilfe der Sandstrahltechnik werden Jeans auf alt getrimmt. In der Türkei sind dabei mindestens 1200 Sandstrahler und Sandstrahlerinnen an der unheilbaren Lungenkrankheit Silikose erkrankt, die Dunkelziffer geht von 5‘000-10‘000 Betroffenen aus. Bis Anfang 2013 wurden 52 Todesfälle bekannt. Nach einem Sandstrahl-Verbot in der Türkei wurde die Produktion ausgelagert, v.a. nach Bangladesch und China, wo die Gefahren für die Arbeiterinnen und Arbeiter weiter bestehen. Die CCC fordert ein weltweites Verbot der Sandstrahltechnik. Mit einer im November 2010 gestarteten Kampagne haben sich über 40 Markenfirmen zu einem Sandstahl-Verbot bekannt – in der Umsetzung hapert es jedoch noch.

© AM, Ahad / AP, Keystone

Gewerkschaftsaktivitäten

Entlassungen von Gewerkschaftsmitgliedern bis hin zur Schliessung von gewerkschaftlich gut organisierten Fabriken sind ein gängiges Mittel, um gewerkschaftliche Aktivitäten zu unterdrücken oder gar zu verunmöglichen. Solche Massnahmen stehen im Widerspruch zu den ILO-Kernarbeitsnormen sowie den OECD-Guidelines für Multinationale Unternehmen. Der Schweizer Unterwäsche-Konzern Triumph International hat 2009 insgesamt 3660 Beschäftigte in Thailand und den Philippinen entlassen – beide Fabriken waren gewerkschaftlich gut organisiert. Die CCC hat die Gewerkschaften von 2009-2012 in ihrem Kampf um Gerechtigkeit unterstützt.

© Greenpeace

Kinder- und Zwangsarbeit

Kinder- und Zwangsarbeit sind in den ILO-Kernarbeitsnormen geregelt und weltweit verboten. Dennoch treten in der Modeindustrie immer wieder Fälle auf. Die CCC-Partnerorganisation SOMO hat 2011 aufgedeckt, wie junge Mädchen in indischen Spinnereibetrieben Zwangsarbeit leisten. Die CCC hat Öffentlichkeitsarbeit geleistet und Schweizer Firmen zu mehr Verantwortung aufgefordert.

Die Clean Clothes Campaign (CCC)

Dort, wo Arbeits- und Menschenrechte missachtet werden, braucht es öffentlichen Druck, damit die betroffenen Firmen und Regierungen Verbesserungsmassnahmen anpacken. Die Clean Clothes Campaign (CCC), deren Schweizer Koordination bei Public Eye liegt, ist mit unzähligen Partnerorganisationen in Produktionsländern und Fabriken vernetzt und erfährt durch diese von Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen. Im Rahmen von Eilaktionen und Kampagnen interveniert das Netzwerk und setzt sich dafür ein, dass Angestellte von Modefabriken ihre Rechte wahrnehmen können.