Forderungen

© James Morgan/Panos
Public Eye fordert den sofortigen Produktions- und Verkaufsstopp von Paraquat und einen schrittweisen Ausstieg aus Produktion und Verkauf aller anderen hochgefährlichen Pestizide.

Public Eye fordert einen schrittweisen Ausstieg aus Produktion und Verkauf aller hochgefährlichen Pestizide gemäss der Liste des Pesticide Action Network. Die Industrie muss zudem ihre Verantwortung und der Staat seine Kontrollfunktion wahrnehmen.

Die Pestizidindustrie müsste:

  • Den Internationalen FAO-Verhaltenskodex für den Vertrieb und die Nutzung von Pestiziden konsequent einhalten. Dies ist heute nicht der Fall. Zentral wäre hier die Umsetzung von Art. 3.5 des Verhaltenskodex: „Pesticides whose handling and application require the use of personal protective equipment that is uncomfortable, expensive or not readily available should be avoided, especially in the case of small-scale users in tropical climates.”
  • Die UNO-Leitprinzipien für Unternehmen und Menschenrechte konsequent umsetzen. Public Eye hat mit einem juristischen Gutachten im Dezember 2011 aufgezeigt, dass im Fall Paraquat/Syngenta diese Leitprinzipien verletzt werden.
  • Sich klare Ziele setzen um die Toxizität und Schädlichkeit ihrer Produkte zu reduzieren. Die Ziele wie auch die jährliche Evaluation soll öffentlich kommuniziert werden.

Die staatlichen Organe müssten:

  • Für die Beurteilung und Zulassung von Pestiziden von der Industrie vollumfänglich unabhängig sein und die Grundlagen ihrer Entscheide offen legen. Beides ist heute nicht der Fall.
  • Sich ehrgeizige Ziele zur Pestizidreduktion setzen. Es braucht eine gezielte Reduktion und insbesondere ein schnelles Verbot hochgefährlicher Pestizide. In den Ländern des globalen Südens müssen bei der Zulassung die realen Anwendungsbedingungen vor Ort betrachtet werden – bisher werden oft Annahmen aus den Industrieländern unterstellt.
  • Die hohen gesellschaftlichen Kosten der Pestizidanwendung erfassen und diese über Steuern und Abgaben auf den Pestizidpreis aufschlagen.
  • Pestizidrückstände in Nahrungsmitteln und Trinkwasser umfassend kontrollieren.
  • Eine Rechenschaftspflicht für (Pestizid-) Unternehmen einführen. Pestizidopfer müssen die Möglichkeit erhalten Entschädigungen einzufordern – auch in den Heimatländern der Pestizidkonzerne.
  • Die Forschungsgelder für nicht-chemische Alternativen der Schädlingsbekämpfung substantiell erhöhen. Diese Gelder könnten z.B. mit einer Pestizidsteuer generiert werden. Internationale Konventionen wie die Rotterdam- oder und die Stockholm-Konvention müssen weiter gestärkt werden. So muss verhindert werden, dass einzelne Staaten mit ihrem Veto die Umsetzung und Weiterentwicklung verhindern.
  • Politische Rahmenbedingungen schaffen zur Förderung, Weiterentwicklung und Verbreitung einer pestizidfreien Landwirtschaft.

In der Schweiz würde eine Annahme der Konzernverantwortungsinitiative die Pestizidfirmen zu Sorgfaltsprüfungspflicht verpflichten und Pestizidopfern ermöglichen, hierzulande eine Entschädigung einzufordern.

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