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Kleinbauernfamilien in der Elfenbeinküste müssten vier Mal mehr verdienen, um die Armutsgrenze von 2 Dollar pro Tag und Person zu erreichen.

Das chronische Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führt auf dem Kakaomarkt zu grossen Preisschwankungen. Der Lebenszyklus eines Kakaobaums (erst nach sechs Jahren wirft er eine interessante Ernte ab) erlaubt es den Kakaoanbauenden nicht, schnell auf Veränderungen in der Nachfrage zu reagieren. Auch Klima und Schädlinge sind Faktoren, die die Preisentwicklung unberechenbar machen. Die Volatilität weckt wiederum das Interesse von SpekulantInnen, die eine stabile Preisentwicklung verunmöglichen. Das sind mitunter Auswirkungen der Liberalisierung des Kakaomarkts.

In vielen afrikanischen Ländern hat der Staat den Kakaosektor lange Zeit kontrolliert und Steuern auf den Export erhoben. Er garantierte Bäuerinnen und Bauern einen fixen Preis und bot ihnen technische Unterstützung.

Ende der achtziger Jahre wurde der Markt unter Druck der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds liberalisiert. Der Weltmarktpreis für Kakao wird seither an den Börsen in London und New York festgelegt.

Die Abkoppelung des Staates hat zu einem Ertragsrückgang und einem Qualitätszerfall des Kakaos geführt, was wiederum eine massive Reduktion der Exportpreise zur Folge hatte. Das ermöglichte es grossen internationalen Herstellern, den Markt zu durchdringen und zu erobern. Ob der Finanzstärke und dem technischen Know-how der grossen internationalen Zwischenhändler haben sich die lokalen dieser Intervention nicht widersetzt.

Schwächstes Glied in dieser Kette sind die Bauernfamilien, die den Kakao anbauen und wenig Handlungsspielraum haben. Der Liberalisierungsprozess hat insofern versagt, als er es verpasst hat, den Kakaoproduzierenden einen höheren Anteil an Gewinn zu sichern, damit sie reinvestieren könnten. So verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen zunehmend.