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Kindersklaverei und Kinderhandel in Westafrika

Eine der schlimmsten Formen von Kinderarbeit sind Kindersklaverei und Kinderhandel. In der Elfenbeinküste sind diese Formen der Kinderarbeit weit verbreitet. Viele Kinder, die auf Kakaoplantagen arbeiten, werden eigens zu diesem Zweck verkauft.

Laut der Tulane-Studie, die von 2006 bis 2011 durchgeführt wurde, leben 18 Prozent der in der Elfenbeinküste im Kakaoanbau arbeitenden Kinder ohne Eltern auf einer Farm. Rund 21‘400 Kinder, die auf ivorischen Kakaoplantagen arbeiten, stammen nicht aus der Elfenbeinküste. Die Kinder werden aus den Nachbarländern, beispielsweise aus Mali oder Burkina Faso, aber auch aus Dörfern im Land selbst, an Arbeitgeber vermittelt.

Die Kinder sind ungeschützt, werden körperlich und teilweise auch sexuell ausgebeutet und erhalten, wenn überhaupt, nur einen geringen Lohn. Die mangelnde Schulbildung trübt die Zukunftsaussichten der betroffenen Kinder, welche kaum Möglichkeiten haben, dieser Situation zu entkommen und Grundfertigkeiten zur Verbesserung ihrer Lebenssituation zu erwerben.

Auf den Kakaoplantagen arbeiten vor allem Jungen. Die Anzahl Kinder, die unter sklavenähnlichen Bedingungen auf den Kakaoplantagen arbeiten, kann nicht genau beziffert werden. UNICEF, die International Cocoa Initiative (ICI), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Tulane University und das Arbeitsministerium der USA gehen aber von Tausenden Kindersklaven aus.

Verantwortung der Ursprungs- und Zielländer

Ursprungsländer wie Mali, Burkina Faso, Togo und Benin sind sich der Problematik des Kinderhandels bewusster als Transitländer oder Zielländer wie beispielsweise die Elfenbeinküste.

Die Regierungen der Zielländer weisen die Tendenz auf, sich gleichgültig zu zeigen, weil das Problem nicht ihre eigenen Kinder betrifft. Durch Druck von internationalen Medien und Organisationen werden aber auch diese Länder gezwungen, das Problem ernst zu nehmen und Schutz- und Rückführungsmassnahmen für die Opfer zu ergreifen.

Öffentlichkeit und Politik der Zielländer tendieren dazu, den Kinderhandel als auswärtige Angelegenheit zu betrachten, als illegale Migration, die von ausländischen Gruppierungen organisiert wird. Damit die korrekten Massnahmen gegen Kinderhandel ergriffen und die Opfer nicht als Kriminelle betrachtet werden, muss dieser klar vom Schmuggel von Menschen bzw. Kindern unterschieden werden: Beim Menschenschmuggel sind es die Betroffenen selbst, die den illegalen Transport über die Grenzen veranlassen. Beim Menschen- oder Kinderhandel hingegen werden die Menschen gegen ihren Willen verschleppt.

Ursachen des Kinderhandels in der Elfenbeinküste

  • Preisdruck
  • Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften
  • Tradition der saisonalen Arbeitsmigration
  • Armut der Ursprungsländer
  • Korruption