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Starker Tabak für Afrika

Die Geheimrezepte der Tabakmultis

© Public Eye, Video : www.emanuelbuechler.com


Warum prosperieren multinationale Zigarettenkonzerne trotz Anti-Tabak-Gesetzgebungen? Und wie schaffen sie es, von der Schweiz aus Afrika einzuräuchern? Die unabhängige Journalistin Marie Maurisse will die undurchsichtigen Praktiken der Tabakgiganten durchleuchten.

Jedes Jahr sterben mehr als sechs Millionen Menschen an Krankheiten, weil sie rauchen. Und jedes Jahr machen Zigarettenhersteller Milliardengewinne. Die Marktführer dieser tödlichen Branche - Philip Morris, British American Tobacco oder Japan Tobacco - haben ihren Sitz in der Romandie.

Schweizer „Qualität“

Die Schweiz ist bekannt für ihre saubere Bergluft, ihre Schokolade, ihre Uhren. Für ihre Zigaretten jedoch weniger. Dabei beherbergt die Schweiz an den schönen Ufern ihrer Seen die Giganten des internationalen Tabakmarktes, wo sie ein sehr günstiges Steuerklima geniessen. In ihren Fabriken werden hierzulande jedes Jahr 28 Milliarden Zigaretten hergestellt, der Grossteil davon für ausländische Märkte. Der Wert dieser problematischen Ware "Made in Switzerland" ist gleich hoch wie jener des exportierten Käses. Doch weil Tabak alles andere als en vogue ist, hüten sich unsere Behörden, damit zu prahlen. Denn wie in allen einkommensstarken Ländern verstärkt die Politik auch in der Schweiz ihre Präventionsanstrengungen und erhöht die Steuern, um den giftigen Qualm einzudämmen.

Damit ihre Geschäfte trotzdem weiter florieren, verfolgen die Zigarettenhersteller fragwürdige Strategien: Sie lobbyieren intensiv, um politische Initiativen zu ersticken, bewerben aggressiv „sauberere“ Alternativprodukte und erobern zugleich neue Märkte. Besonders Afrika haben sie dabei ins Visier genommen, wo Hunderte von Millionen potenzieller Raucher warten. Gemäss der Weltgesundheitsorganisation leidet dieser Kontinent heute schon unter einer explosionsartigen Ausbreitung des Tabakkonsums. Und junge Menschen sind die Hauptzielgruppe der zynischen Wachstumsstrategien unserer "Zigi-Multis".

Unter Rauchwolken

Tabakkonzerne sind eine Säule der Schweizer Wirtschaft. Dennoch ist es sehr schwierig, zuverlässige Informationen über diesen Sektor zu erhalten. Der Public Eye Investigation Award soll es Marie Maurisse ermöglichen, in der Schweiz, in Europa und in mehreren afrikanischen Ländern gründlich zu recherchieren. Die erfahrene Journalistin wird mit innovativen Mitteln versuchen, die "Geheimrezepte" jener Unternehmen aufzudecken, die auf Kosten der öffentlichen Gesundheit Profit machen.