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Ethischen Verstössen bei klinischen Medikamententests muss ein Ende bereitet werden. Sie stellen hinsichtlich des Schutzes der Testpersonen eine intolerable Menschenrechtsverletzung dar. Im Fokus der Organisation Public Eye: Die Intransparenz klinischer Versuche und ihre Verlagerung in Länder mit schwacher gesetzlicher Regulierung und verletzlicher Bevölkerung.

Um Verstössen gegen ethische Richtlinien bei Medikamententests ein Ende zu setzen, fordert Public Eye…

…vom Bundesrat:

Der Bundesrat soll von Swissmedic einfordern, dass vor der Zulassung eines Medikaments strengere Ethik-Kontrollen durchgeführt werden, insbesondere wenn  klinische Versuche in Schwellen- und Entwicklungsländern Basis für eine Produktzulassung in der Schweiz sind.

…von Swissmedic:

Swissmedic muss die ethische Überprüfung klinischer Studien vor der Zulassung eines Medikaments verschärfen. Diese Massnahme ist umso dringender, da ein immer grösserer Teil medizinischer Daten in Entwicklungs- und Schwellenländern gesammelt wird, wo die Gesetzgebung oft unklar ist.

Ausserdem soll Swissmedic bei jenen klinischen Versuchen in Schwellen- und Entwicklungsländern, die als Grundlage für eine Produktzulassung in der Schweiz dienen, die Bedingungen mittels Inspektion vor Ort überprüfen. Das revidierte Heilmittelgesetzt bietet die entsprechende rechtliche Grundlage, um Inspektionen im Ausland durchführen zu können.

Swissmedic soll von den auftraggebenden Firmen verlangen, dass alle klinischen Versuche zwecks Marktzulassung in der Schweiz, inklusive der im Ausland stattfindenden Tests, im neuen Register Swiss National Clinical Trials Portal eingetragen werden. Bislang müssen dort nur in der Schweiz durchgeführte klinische Versuche registriert werden.

Und schliesslich soll Swissmedic für mehr Transparenz sorgen, indem sie sämtliche Berichte jener klinischen Versuche veröffentlicht, welche die Entscheidungsgrundlage für eine Zulassung darstellen

…von der Pharmaindustrie:

Dass sie aufhört, Entwicklungs- und Schwellenländer als riesige Versuchslabore zu betrachten, in denen sie aus Profitüberlegungen verletzliche Personen als menschliche Versuchskaninchen missbraucht. Klinische Versuche sollten nur dann ins Ausland verlagert werden, wenn die lokale Bevölkerung wirklich und direkt von den Ergebnissen profitieren kann, sei es, weil die Studie sich mit der Behandlung einer Krankheit befasst, von der die lokale Bevölkerung besonders betroffen ist, oder weil die Behandlung, sollte sie sich als wirksamer erweisen als bestehende Behandlungsmethoden, der betroffenen Bevölkerung zugänglich gemacht würde.

Dass sie jene Pharmakonzerne, welche die Tests durchführen - allen voran Roche und Novartis – ihre Sorgfaltspflicht wahrnehmen; dass sie entsprechend den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, welche die UNO 2011 angenommen hatte, die Menschenrechte respektieren. Unsere Recherche zeigt, dass die Pharmakonzerne ihre Verantwortung noch zu wenig wahrnehmen. Wir verlangen deswegen, dass sie zunächst die ethischen Risiken gewissenhaft evaluieren und die Öffentlichkeit transparent über die Erkenntnisse informieren. Dann müssten die Missstände soweit es geht behoben werden. Eine solche Sorgfaltsprüfungspflicht in Bezug auf Menschenrechte verlangt auch die von Public Eye mitlancierte Konzernverantwortungsinitiative, die im April 2016 zustande gekommen ist.