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Die Schweiz und andere Industriestaaten üben Druck aus, um den Schutz geistigen Eigentums im Medikamentenbereich auf internationaler Ebene zu verstärken. Das TRIPS-Abkommen der WTO verpflichtet alle Mitgliedstaaten dazu, auf Medikamente einen Patentschutz von zwanzig Jahren zu gewähren, wobei ein gewisser Spielraum vorhanden ist, um den armen Ländern den Zugang zu Medikamenten zu garantieren. Diese sogenannten TRIPS-Flexibilitäten sind jedoch durch bilaterale Handelsabkommen bedroht, welche die Schweiz und andere Industriestaaten aushandeln.

Um die aktuelle Debatte um Forschung und Zugang zu Medikamenten nachzuvollziehen, ist ein Blick auf das 1995 in Kraft getretene Abkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte an geistigem Eigentum (Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights; TRIPS) angebracht. Dieses internationale Abkommen verpflichtet die Mitgliedstaaten der WTO (159 im Jahr 2013) dazu, Patente auf neue Medikamente zu erteilen, was in vielen Ländern wie beispielsweise in Indien oder Brasilien zuvor nicht üblich war. Das Abkommen stellt somit einen bedeutenden Sieg für die Pharmariesen dar, denen dadurch ermöglicht wird, ihre neuen patentierten Medikamente zu hohen Preisen an eine Minderheit von wohlhabenden Patienten in Schwellenländern zu verkaufen. Die Pharmaunternehmen rechtfertigen das Abkommen damit, dass die Erstreckung von Patenten neue Medikamente rentabel machen und F&E begünstigen soll. Die Realität sieht aber anders aus. Das TRIPS ignoriert die spezifischen Erfordernisse im öffentlichen Gesundheitswesen benachteiligter Länder, indem es auf globaler Ebene ein F&E-Modell verankert, das darauf basiert, Pharmaunternehmen Patente zu erteilen.