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Public Eye fordert den sofortigen Produktions- und Verkaufsstopp von Paraquat und einen schrittweisen Ausstieg aus Produktion und Verkauf aller anderen hochgefährlichen Pestizide (gemäss der Liste hochgefährlicher Pestizide des Pesticide Action Network).

Die Pestizidindustrie müsste:

  • Den Internationalen FAO-Verhaltenskodex für den Vertrieb und Nutzung von Pestiziden konsequent einhalten. Dies ist heute nicht der Fall. Zentral wäre hier die Umsetzung von Art. 3.5 des Verhaltenskodex: „Pesticides whose handling and application require the use of personal protective equipment that is uncomfortable, expensive or not readily available should be avoided, especially in the case of small-scale users in tropical climates.”
  • Die UNO-Leitprinzipien für Unternehmen und Menschenrechte konsequent umsetzen. Public Eye hat mit einem juristischen Gutachten im Dezember 2011 aufgezeigt, dass im Fall Paraquat/Syngenta diese Leitprinzipien verletzt werden.
  • Pestizidfirmen sollen sich klare Ziele setzen um die Toxizität und Schädlichkeit ihrer Produkte zu reduzieren. Die Ziele wie auch die jährliche Evaluation soll öffentlich kommuniziert werden.

Die staatlichen Organe müssten:

  • Für die Beurteilung und Zulassung von Pestiziden von der Industrie vollumfängliche unabhängig sein und die Grundlagen der Entscheidungen offen legen. Beides ist heute nicht der Fall. Sich ehrgeizige Ziele zur Pestizidreduktion setzen. Es braucht eine gezielte Reduktion und insbesondere ein schnelles Verbot der gefährlichsten Pestizide. In den Entwicklungsländern müssen bei der Zulassung die realen Anwendungsbedingungen vor Ort betrachtet werden – bisher werden oft Annahmen aus den Industrieländern unterstellt.
  • Die hohen  gesellschaftlichen Kosten der Pestizidanwendung erfassen und , diese über Steuern und Abgaben auf den Pestizidpreis aufschlagen.
  • Pestizidrückständen in Nahrungsmitteln umfassend kontrollieren.
  • Eine Rechenschaftspflicht für (Pestizid-) Unternehmen einführen. Pestizidopfer müssen die Möglichkeit erhalten Entschädigungen einzufordern – auch in den Heimatländern der Pestizidkonzerne.
  • Die Forschungsgelder für nicht-chemische Alternativen der Schädlingsbekämpfung substantiell erhöhen. Diese Gelder könnten z.B. mit einer Pestizidsteuer generiert werden. Internationale Konventionen wie die Rotterdam- oder und die Stockholm-Konvention müssen weiter gestärkt werden. So muss verhindert werden, dass einzelne Staaten mit ihrem Veto die Umsetzung und Weiterentwicklung verhindern.
  • Politische Rahmenbedingungen schaffen zur Förderung, Weiterentwicklung und Verbreitung der biologischen Landwirtschaft.
  • Syngenta entstand im Jahr 2000 durch den Zusammenschluss der Agrobusiness-Anteile von Novartis und Astra-Zeneca. Auf diese Weise entstand in der Schweiz der grösste Agro–Konzern der Welt.
  • Syngenta beschäftigt mehr als 27‘000 Mitarbeitende in etwa 90 Ländern (Stand 2013). 2013 machte Syngenta einen Gesamtumsatz von 14,7 Mrd. USD. 74% davon wurden mit dem Verkauf von Pestiziden umgesetzt, 22% des Umsatzes entfielen auf die Saatgutsparte.
  • 24% aller weltweit verkauften Pestizide stammen von Syngenta.
  • Gemäss einer Überblicksstudie der Organisation Public Eye (Paraquat: Unacceptable Health Risks for Users, 01.04.11) ist Syngenta mit dem Verkauf von Paraquat ausserhalb Europas mitverantwortlich für Tausende von Vergiftungsfällen jährlich.
  • Nach eigener Aussage (Generalversammlung 2009) ist Syngenta weltweit marktführend beim Verkauf von Paraquat.
  • Gemäss Kriterien der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird das Syngenta–Pestizid Paraquat als hochgefährlich eingestuft. Es ist in der Schweiz und der EU seit langem verboten. Die FAO verlangt den stufenweisen Ausstieg aus der Distribution und Nutzung des Pestizids.