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Eine Public Eye Reportage in den Philippinen. Die ganze Geschichte: www.pestizide.publiceye.ch


Paraquat ist ein hochgiftiges Pestizid, das immer wieder zu Gesundheitsschäden und Todesfällen unter den Arbeiterinnen und Bauern führt. Seiner hohen Toxizität wegen ist Paraquat unter anderem in der EU und in der Schweiz seit langem verboten. In vielen Ländern verkauft Syngenta das Pestizid aber weiterhin. Die zivilgesellschaftliche Kampagnenkoalition «Stop Paraquat» fordert seit 2002 das Verbot dieses hochgiftigen Herbizids.

In über hundert Länder verkauft Syngenta das Herbizid Paraquat nach wie vor, meist unter dem Markennamen «Gramoxone». Es kommt unter anderem auf Bananen-, Kaffee-, Palmöl-, Baumwoll-, Gummi-, Obst- oder Ananasplantagen zur Anwendung. Landwirtschaftliche Betriebe jeder Grösse verwenden es auf Mais- oder Reisfeldern.

Arbeiterinnen und Bauern, die regelmässig mit dem Herbizid in Kontakt kommen, haben mit ernsthaften Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Die hohe Toxizität von Paraquat, für das kein Gegenmittel existiert, führt immer wieder zu Todesfällen. Studien haben zudem folgende langfristigen Schäden nachgewiesen, die einer chronischen Expostition gegenüber Paraquat geschuldet sind:  beeinträchtigte Lungenfunktion, Hautdermatosen, neurodegenerative Erkrankungen.

Wie lange noch Paraquat?
In der Schweiz darf das hochgiftige Pflanzenschutzmittel Paraquat längst nicht mehr eingesetzt werden. Immer neue Länder beschliessen ein Verbot, zuletzt auch Brasilien, der weltweit wichtigste Markt. Doch dort, wo es ihnen noch erlaubt ist, machen Marktführerin Syngenta aus Basel und ihre Konkurrenz nach wie vor ein Geschäft mit dem gesundheitsschädigenden Herbizid. Auf wessen Kosten, zeigt ein Besuch in einem abgelegenen Dorf in den Philippinen.
Reportage

Wie lange noch Paraquat?

In der Schweiz darf das hochgiftige Pflanzenschutzmittel Paraquat lngst nicht mehr eingesetzt werden. Immer neue Lnder beschliessen ein Verbot, zuletzt auch Brasilien, der weltweit wichtigste Markt. Doch dort, wo es ihnen noch erlaubt ist, machen Marktfhrerin Syngenta aus Basel und ihre Konkurrenz nach wie vor ein Geschft mit dem gesundheitsschdigenden Herbizid. Auf wessen Kosten, zeigt ein Besuch in einem abgelegenen Dorf in den Philippinen.

KickerThis is a kicker.

**Unwissend vergiftet**

Natrlich, Sir, sind wir wtend sagt Nerie Jose Taa. Uns hat nie jemand gesagt, wie gefhrlich diese Mittel sind.

Der 49\-jhrige, schlanke Mann mit den markanten Gesichtszgen steht auf einer lpalmplantage in der Nhe von Kaanibungan, einem abgeschiedenen Dorf im Regenwald Mindanaos der sdlichsten der drei Hauptinseln der Philippinen. Auf dem Rcken trgt er einen 16 Liter fassenden Kanister. Er will uns demonstrieren, wie er und die Mnner und Frauen aus seinem Dorf jahrelang giftige Pestizide versprhten. Im Kreis luft er um die Palmenstmme, Circle Spraying heisst das. Dann schreitet er systematisch eine Flche zwischen vier Stmmen ab: Blanket Spraying nenne man dies.

Eine wirkliche Schulung habe niemand der Arbeitenden erhalten, sagt er, als er wieder neben uns steht. Von der Personalagentur, die sie angestellt habe, seien ihnen lediglich Handschuhe abgegeben worden und Atemmasken. Zudem habe man ihnen zwei Regeln eingeblut:

Sie sagten uns, wir drften whrend des Sprayens nicht rauchen. Und wir drften nicht zu nahe an die Palmen sprayen, weil die sonst eingingen. Das wars.

Die Bewohnerinnen und Bewohner Kaanibungans leben in Bambushtten, Strom gibt es hier erst seit kurzer Zeit. Bis vor gut zehn Jahren versorgten sie sich von dem, was die Bden rund um ihre Htten hergaben, bauten Mais an und Reis, Ssskartoffeln und Maniok, Bananen, Kokosnsse, Mangos. Dann entschieden sie sich, 900 Hektaren ihres Landes an ein philippinisch\-amerikanisches Agrounternehmen abzutreten auf 25 Jahre hinaus.

Wieso? Die Mnner aus dem Dorf scharen sich auf der Veranda vor einer Htte um die Besucher und reden durcheinander: Eine neue Strasse zum Dorf habe ihnen die Firma versprochen, Investitionen in bessere Behausungen, medizinische Versorgung, ein hheres Einkommen. Ab 2006 begannen die meisten Mnner und einige Frauen aus dem Dorf, auf der Plantage zu arbeiten, doch der Traum eines besseren Lebens erfllte sich nicht. Kein Versprechen haben sie gehalten, sagt einer der Mnner enerviert.

**Gramoxone in aller Munde** Mitte 2016 stellte die Plantagenbetreiberin den Betrieb nach Lohnstreitigkeiten mit den Arbeitenden ein, aus konomischen berlegungen offiziell. Seither sind die Menschen aus dem Dorf wieder auf sich gestellt, umgeben von Palmen, an denen Frchte wachsen, die sie nicht essen knnen. Sie sind gleich weit wie vor zehn Jahren, minus 900 Hektar Land. Und sie sind alleine gelassen mit den Krankheiten, fr die sie eine Hauptursache benennen: das jahrelange Hantieren mit giftigen Pflanzenschutzmitteln. Vor der Htte zhlen die frheren Plantagenarbeiter auf, was sie nach der Arbeit mit den Pestiziden durchmachten:

Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, taube Glieder, das Gefhl von Nadel\- stichen auf der Haut, Sehschwchen, verfrbte Ngel, Atembeschwerden, getrbte oder doppelte Sicht.

Gramoxone. Das sagen fast alle Mnner als erstes, als wir sie fragen, welche Pestizide sie eingesetzt htten. In den Philippinen ist auch generisches Paraquat im Umlauf, aber Gramoxone heisst einzig das Fabrikat, das von Syngenta vertrieben wird. Es scheint also klar,dass die Sprayerinnen und Sprayer aus Kaanibungan das Schweizer Produkt verwendeten. Den Namen Syngenta allerdings haben die meisten noch nie gehrt. Niemand von ihnen hat je einen Vertreter, eine Vertreterin des Unternehmens getroffen.

**Die Mdchen arbeiteten mit** Als die Plantagenbetreiberin nach ein paar Jahren Betrieb dazu bergegangen war, die Arbeiterinnen und Arbeiter nicht mehr pro Stunde, sondern nach der geernteten Menge zu bezahlen, nahmen diese auch ihre Kinder mit auf die Felder.Etwa die beiden Schwestern April Joy, heute neun Jahre alt, und Lovely, zehn.

Sie sammelten die um die Palmenstmme verteilten, einzelnen Frchte auf, mit blossen Hnden, genau dort, wo vorher die Pestizide versprht worden waren.

Nun zeigen die beiden Mdchen auf die Innenflchen ihrer Hnde, auf die Handrcken und auf die Unterarme; hier, sagen sie, habe es sie nach der Arbeit stets gejuckt, und schwindlig sei ihnen gewesen. **_\_\__** **_Im Video: Nerie Jose Taa ber fehlende Instruktionen, das ungeschtzte Arbeiten mit giftigen Pestiziden und Kinder auf den Plantagen._**

**Lngst bekannte Gefahren**

**Bald auch in Brasilien verboten** Die Gefahren von Paraquat sind [hinlnglich bekannt](https://www.publiceye.ch/de/themen\-hintergruende/landwirtschaftbiodiversitaet/pestizide/paraquat/). Im Februar hat Public Eye die [bislang wohl umfangreichste Sammlung](https://www.publiceye.ch/fileadmin/files/documents/Syngenta/Paraquat/PE\_Paraquat\_2\-17\_def.pdf) von Studien zu den gesundheitlichen Folgen des Unkrautvertilgungsmittels verffentlicht. Paraquat ist mittlerweile in ber fnfzig Nationen verboten, in der Schweiz seit 1989, in der EU seit 2007.

Das bislang letzte Land, das ein Verbot beschlossen hat, ist Brasilien. Im September hat die dortige Gesundheitsbehrde Anvisa bekannt gegeben, sie werde die Herstellung, Einfuhr, Vermarktung und Verwendung des Herbizids untersagen nach einer dreijhrigen bergangszeit. **Viele, teils schwere Vergiftungen** Die Begrndung: Das Pestizid habe in Brasilien zu vielen, teils schweren Vergiftungsfllen gefhrt, es knne die Parkinsonerkrankung befrdern und das Erbgut irreversibel beschdigen, und das Tragen von Schutzausrstung allein verhindere Vergiftungen nicht. Allerdings stellt die Anvisa in Aussicht, das Verbot allenfalls wiederrckgngig zu machen, wenn bis in drei Jahren neue Studien vorliegen, welche die Unbedenklichkeit von Paraquat insbesondere hinsichtlich Mutationen des Erbguts belegen.

**Rcklufiger Umsatz** Es ist davon auszugehen, dass die Agroindustrie einige Anstrengungen unternehmen wird, um den Entscheid umzukehren. Denn Brasilien ist fr sie und gerade fr Syngenta nicht irgendein Markt. In keinem Land der Welt wird mehr Paraquat verspritzt als dort. Syngenta macht ber die Hlfte seines Paraquat\-Umsatzes in Brasilien und erwirtschaftet dort insgesamt mit jhrlich rund zwei Milliarden Dollar zwanzig Prozent ihres Gesamtumsatzes. Und die Ankndigung Brasiliens ist nur der letzte einer ganzen Reihe hnlicher Entscheide in diesem Jahr: Im Januar hat die US\-Umweltschutzbehrde EPA neue Einschrnkungen fr die Verwendung von Paraquat eingefhrt. Im Februar hat Vietnam entschieden, Paraquat ab 2019 zu verbieten. Und im April hat China, wo Paraquat in seiner flssigen Form schon heute nicht mehr verwendet werden darf, bekannt gegeben, das Herbizid ab 2020 komplett zu untersagen. Keine guten Aussichten fr das Geschft mit dem Pestizid, das seit 1962 auf dem Markt ist. Der weltweite Umsatz mit Paraquat betrug im Jahr 2016 noch schtzungsweise eine Milliarde Dollar. Der Marktanteil der Marktfhrerin Syngenta drfte sich auf etwa 40 Prozent oder 400 Millionen Dollar im Jahr 2016 belaufen. Aber die Verkufe sinken seit einigen Jahren stark: 2014 machte das Unternehmen mit nicht\-selektiven Herbiziden vor allem mit Paraquat und Glyphosat noch fast 1,5 Milliarden Dollar Umsatz. 2015 waren es noch 900 Millionen, 2016 noch 770.

Ein Rckgang auf die Hlfte innert gerade mal dreier Jahre.

**Die Verantwortung der Schweiz**

**Schulungen alleine reichen nicht** Doch noch ist Syngenta nicht bereit, den giftigen Oldtimer des Pflanzenschutzes aus dem Sortiment zu nehmen. Stattdessen betont das Unternehmen seit Jahren bei jeder Gelegenheit, Paraquat sei ungefhrlich, wenn es vorschriftsgemss eingesetzt werde. Im Good Growth Plan, dem Plan fr verantwortliches Wachstum,den Syngenta vor vier Jahren prsentiert hat, lautet eine von sechs Verpflichtungen: Gute Arbeitsschutzpraktiken vermitteln. Konkret: Der Konzern verpflichtet sich, bis 2020 zwanzig Millionen Anwenderinnen und Anwender in Arbeitssicherheit zu schulen, insbesondere in Entwicklungslndern. Nur: Welcher Prozentsatz aller Anwenderinnen und Anwender von Syngentas Pestiziden mit den Schulungen tatschlich erreicht werden und worin diese genau bestehen, ist unklar. Klar ist: Schulungen alleine reichen nicht aus. Der [Verhaltenskodex zum Umgang mit Pestiziden](http://www.fao.org/fileadmin/templates/agphome/documents/Pests\_Pesticides/Code/CODE2014SepENG.pdf) der Ernhrungs\- und Landwirtschaftsorganisation der Uno \(FAO\) nennt Schulungen lediglich als die dritte Prioritt zur Risikoverminderung. Wichtiger ist es, erstens grundstzlich weniger Pestizide einzusetzen und zweitens hochgefhrliche Pestizide durch weniger gefhrliche zu ersetzen. Diese beiden Ziele hat sich Syngenta freilich nicht in ihren Good Growth Plan geschrieben sie wrden sich wohl zu schlecht vertragen mit den Interessen der Aktionrinnen und Aktionre. ber die Schulungen aber fhrt Syngenta scheinbar rigoros Buch: Gemss den Angaben in einer [ffentlich einsehbaren Datenbank](http://opendata.syngenta.agroknow.com/the\-good\-growth\-plan\-progress\-data) hat das Unternehmen zwischen Oktober 2013 und September 2016 in Sdostasien insgesamt 1 865 709 Menschen in der sicheren Handhabung von Pestiziden geschult.

Aus Kaanibungan hat nie jemand an einer solchen Schulung teilgenommen.

Das Dorf sei damit alles andere als eine Ausnahme, sagt der philippinische Arzt und Aktivist Romeo Quijano, der Kaanibungan mehrmals besucht und auch sonst in zahlreichen Feldbesuchen hunderte Anwenderinnen und Anwender von Pestiziden interviewt hat.

Die grosse Mehrheit der Menschen, die ich in den letzten Jahrzehnten befragt oder untersucht habe, sagten mir, sie seien gar nicht oder kaum ber die gesundheitlichen Gefahren aufgeklrt worden, sagt er. Dafr seien die Herstellerfirmen von Pestiziden direkt verantwortlich zu machen: Die Hersteller mssen sicherstellen, dass ihre Produkte mit adquater Schutzausrstung angewandt werden. Gerade in weniger entwickelten Lndern ist das viel zu oft nicht der Fall. _**\_\_**_ _**Im Video: Der philippinische Arzt und Aktivist Romeo Quijano zur Verantwortung von Syngenta und der Schweiz.**_

**Klare Verletzung der Menschenrechte** Die UN\-Sonderbeauftragten fr Giftmll und das Recht auf Nahrung haben in ihrem diesjhrigen [Bericht zuhanden des UN\-Menschenrechtsrates](https://www.publiceye.ch/fileadmin/files/documents/Pesticides/HRC\_20170124\_Report\-of\-SR\-on\-right\-to\-food\_EN.pdf) unmissverstndlich festgehalten:

Bevlkerungen anderer Lnder Giftstoffen auszusetzen, welche nachweislich schwerwiegende Gesundheitsprobleme oder gar den Tod verursachen knnen, stellt eine klare Verletzung der Menschenrechte dar.

In der Schweiz wollte die Genfer Nationalrtin Lisa Mazzone \(Grne\) nach [Public\-Eye\-Berichten ber Syngentas Exporte](https://www.publiceye.ch/de/medien/medienmitteilung/verletzung\_der\_basler\_konvention\_schweiz\_exportiert\_verbotene\_pestizide\_in\_entwicklungslaender/) vom Bundesrat unlngst wissen, ob er nicht auch der Ansicht sei, dass es in der Verantwortung von Syngenta liegt, sicherzustellen,dass ihre Pestizide keine nachteiligen Auswirkungen auf die Menschenrechte haben, oder, falls dies der Fall ist, dem ein Ende zu setzen?

Die [Antwort des Bundesrates](https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche\-curia\-vista/geschaeft?AffairId=20173338) fiel unverbindlich aus: Er erwarte, dass jedes Unternehmen mit Sitz in der Schweiz nicht nur die in der Schweiz und im Ausland geltenden Vorschriften einhlt, sondern auch die internationalen Normen bercksichtigt. Fr die Kontrolle der Einhaltung der Rechtsvorschriften seien allerdings die nationalen Behrden zustndig. Aus Sicht von Public Eye machtes sich der Bundesrat damit viel zu einfach. Mit Blick auf den Schutz der Menschenrechte macht sich die Schweiz verantwortlich, wenn sie Bevlkerungen diesen giftigen Produkten aussetzt sagte Landwirtschafts\-Experte Laurent Gaberell im [Interview mit Swissinfo](https://www.swissinfo.ch/ger/wirtschaft/export\-von\-verbotenen\-pestiziden\-die\-schweiz\-setzt\-ganze\-bevoelkerungen\-giftigen\-produkten\-aus/43168788). Doch der Bundesrat ist weiter nicht bereit, hiesige Konzerne verbindlich in die Pflicht zu nehmen. Die von Public Eye mitlancierte [Konzernverantwortungsinitiative](http://konzern\-initiative.ch/), die von Unternehmen verlangt, dass sie mgliche Menschenrechtsverletzungen in ihren Geschftsablufen erkennen, Gegenmassnahmen ergreifen und darber Bericht erstatten, lehnt er ab. Sie gehe zu weit,Unternehmen knnten ihren Sitz ins Ausland verlegen, was den Wirtschaftsstandort Schweiz schwchen wrde. Im Klartext: Wirtschaft vor Menschenrechten. **Es muss verboten werden** Vor einem knappen Jahr warf ein Reporter in einem [Artikel fr die New York Times](https://www.nytimes.com/2016/12/20/business/paraquat\-weed\-killer\-pesticide.html) die Frage auf, warum Syngenta das Pestizid Paraquat nach wie vor exportiert, obwohl es in Europa lngst verboten ist. Philip A. Botham, bei Syngenta verantwortlich fr Produktesicherheit, sagte ihm: "Wir wrden niemals irgendeine Chemikalie vermarkten oder weiter vermarkten, bei der wir tatschlich das Gefhl htten, sie stelle ein Gesundheits\- oder ein Umweltrisiko dar."

Fr Nerie Jose Taa, den philippinischen Bauern, kann diese Aussage nur wie Hohn klingen. Er sagt:

Den Firmen muss verboten werden, diese giftigen Pestizide herzustellen.

Im philippinischen Reprsentantenhaus ist derzeit ein Vorstoss hngig, der ein landesweites Verbot von Paraquat verlangt. Schon heute ist die Verwendung nur noch auf Plantagen erlaubt. Das rechnet sich offenbar nicht: Syngenta hat die in diesem Jahr ausgelaufene Zulassung fr Gramoxone in den Philippinen nicht mehr verlngert gemss eigenen Angaben aus wirtschaftlichen berlegungen. In Dutzenden anderen Lndern wird das giftige Pestizid weiterhin verkauft.

Public Eye engagiert sich fr die Menschen, deren Rechte durch die wirtschaftlichen Ttigkeiten von Schweizer Unternehmen bedroht sind. **Engagieren Sie sich mit uns:** [Werden Sie Mitglied von Public Eye](https://www.publiceye.ch/mitglieder) oder untersttzen Sie uns mit einer [Spende](https://www.publiceye.ch/de/spenden/jetzt\-spenden/), damit wir uns weiter dafr einsetzen knnen, dass Konzerne wie Syngenta in die Verantwortung genommen werden. **[Lust auf weitere Geschichten und Reportagen? Bestellen Sie kostenlos unser Magazin.](https://www.publiceye.ch/de/shop/#tab/public\_eye\_magazin)**

So wirkt Paraquat beim Menschen

1 Augenschäden: Horn- und Bindehautentzündung, Zerstörung der Augenoberfläche.

2 Hautschäden: Von Rötungen zu Blasenbildung bis hin zu schweren Verbrennungen. Dermatitis. Die Aufnahme von PARAQUAT durch die geschädigte Haut in den Körper kann in den schlimmsten Fällen zum Tod führen.

3 Lungenschäden: Chronische Schädigung der Lunge.

4 Hirnkrankheiten: Verdacht auf erhöhtes Parkinson-Risiko bei PARAQUAT-Exposition über längeren Zeitraum.

5 Schädigung von Finger- und Zehennägeln: Von Verfärbung bis zum Ausfall.

6 Atemstillstand: Die Einnahme von PARAQUAT führt zu Lungenfibrose und Tod durch Atemversagen.

Weiter sind Schädigungen von Leber, Nieren, Magen-Darm-Trakt und Herz-Kreislauf-System möglich.

Effizientes Mittel zur Selbsttötung

200-300'000 Menschen nehmen sich jedes Jahr mit Pestiziden das Leben. Paraquat gehört dabei zu den beliebtesten Mitteln, weil es akut toxisch wirkt.

Verschiedene Länder haben all dieser Gründe wegen Paraquat entweder verboten oder gar nie zugelassen.

Gutachten bestätigt: Mit dem Verkauf von Paraquat missachtet Syngenta Menschenrechte

In einem von Public Eye und dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in Auftrag gegebenen Gutachten zu Syngentas menschenrechtlicher Verantwortung wurden zum ersten Mal die im Juni 2011 vom UNO-Menschenrechtsrat verabschiedeten UNO-Leitprinzipien für Unternehmen und Menschenrechte auf einen konkreten Fall angewendet. Das Verdikt der juristischen Untersuchung ist klar: Syngenta missachtet mit dem Verkauf von Paraquat elementare Menschenrechte.

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