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Im Jahr 2000 wurde durch den Zusammenschluss der Agrosparten von Novartis und Astra-Zeneca mit Syngenta der grösste Agro–Konzern der Welt geschaffen: Bei den Pestiziden hält Syngenta einen Marktanteil von rund 23% und ist damit die Nummer eins, bei  Saatgut ist sie die weltweite Nummer drei mit einem Marktanteil von rund 9% (Stand 2013). Aufgrund dieser Marktstellung hat Syngenta einen grossen Einfluss auf die globale Landwirtschaft.

Syngenta ist ein Treiber der hochindustrialisierten, konventionellen Landwirtschaft – mit negativen Effekten wie Gesundheit– und Umweltschäden durch Pestizide, der unkontrollierten Ausbreitung gentechnisch veränderter Organismen, dem negativen Einfluss geistiger Eigentumsrechte auf die Rechte von Bäuerinnen und Bauern, den züchterischen Fortschritt und dem Verlust von Agrobiodiversität

Public Eye fordert seit Jahren den Produktionsstopp und das Verbot des gemäss FAO–Kriterien hochgiftigen Herbizids „Paraquat“. Die Forderungen werden mitgetragen von Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und WissenschaftlerInnen aus der ganzen Welt. Arbeiterinnen und Bauern, die regelmässig mit dem Herbizid Paraquat in Kontakt kommen, haben mit ernsthaften Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Die hohe Toxizität von Paraquat, für das kein Gegenmittel existiert, führt immer wieder zu Gesundheitsschäden und Todesfällen.

Public Eye hat neben dem Fokus auf Pestizide/ Paraquat jedoch auch die soziale Verantwortung (Corporate Social Responsibility) Syngentas allgemein im Blick. Bei einer Analyse ihres CSR-Berichtes von 2007 kam Public Eye zum Schluss, dass Syngenta die Kriterien der Global Reporting Initiative wie Verlässlichkeit, Ausgewogenheit oder Klarheit bei weitem nicht erfüllt. 2014 analysierte Public Eye den „Good Growth Plan (PDF, 3.9 MB)“ von Syngenta und stellte fest, dass der Konzern durch selektiv gewählte Ziele und Indikatoren die Hauptprobleme, welche er verursacht, systematisch ausgeblendet. Weitere Themen, zu denen Public Eye arbeitetgearbeitet hat, sind die sog. Terminatortechnologie, die umstrittene Kooperation mit der ETH oder das Syngenta-Engagement bei der Entwicklung von Gentech-Insekten zur Schädlingsbekämpfung.

Ein weiterer Schwerpunkt der Organisation Public Eye-Arbeit ist zudem das geistige Eigentum auf Saatgut; hier stehen immer wieder Syngenta-Patente im Zentrum der Kritik, wie z.Bsp. die Patente auf das Reisgenom, das Patent auf eine Melone aus konventioneller Züchtung oder das Peperoni-Patent.

  • Syngenta entstand im Jahr 2000 durch den Zusammenschluss der Agrobusiness-Anteile von Novartis und Astra-Zeneca. Auf diese Weise entstand in der Schweiz der grösste Agro–Konzern der Welt.
  • Syngenta beschäftigt mehr als 27‘000 Mitarbeitende in etwa 90 Ländern (Stand 2013). 2013 machte Syngenta einen Gesamtumsatz von 14,7 Mrd. USD. 74% davon wurden mit dem Verkauf von Pestiziden umgesetzt, 22% des Umsatzes entfielen auf die Saatgutsparte.
  • 24% aller weltweit verkauften Pestizide stammen von Syngenta.
  • Gemäss einer Überblicksstudie der Organisation Public Eye (Paraquat: Unacceptable Health Risks for Users, 01.04.11) ist Syngenta mit dem Verkauf von Paraquat ausserhalb Europas mitverantwortlich für Tausende von Vergiftungsfällen jährlich.
  • Nach eigener Aussage (Generalversammlung 2009) ist Syngenta weltweit marktführend beim Verkauf von Paraquat.
  • Gemäss Kriterien der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird das Syngenta–Pestizid Paraquat als hochgefährlich eingestuft. Es ist in der Schweiz und der EU seit langem verboten. Die FAO verlangt den stufenweisen Ausstieg aus der Distribution und Nutzung des Pestizids.