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(c) Meinrad Schade

Ausgerechnet die ressourcenarme Schweiz hat sich – dank tiefer Steuern und schwacher staatlicher Kontrolle – zu einer der weltgrössten Rohstoffdrehscheiben entwickelt, wo Handels- und Bergbaukonzerne unbehelligt Milliarden verdienen. Die Kehrseite des boomenden Geschäfts mit Rohstoffen ist der Rohstoff-Fluch in den Förderländern. Trotz Bodenschätzen bleibt ein Grossteil der Bevölkerung arm, die Länder haben häufig mit Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden zu kämpfen.

  • Zwei Drittel aller Energie- und Metall-Ressourcen und ein Grossteil der Agrarrohstoffe stammen aus Entwicklungsländern.
  • In vielen rohstoffreichen Entwicklungsländern leben 300 Millionen Menschen in Armut, d.h. von maximal 2 Dollar pro Tag.
  • Die vornehmlich in den Handelszentren Genf und Zug erwirtschafteten Erlöse des Rohstoffsektors sind zwischen 2001 und 2011 um das 14-fache gestiegen.
  • Sechs der zehn umsatzstärksten Schweizer Unternehmen sind Rohstoffkonzerne.
  • Mindestens 20 Prozent des globalen Rohstoffhandels läuft über die Schweiz.
  • Das Vermögen der sechs Top-Manager von Glencore lag beim Börsengang 2011 höher als das jeweilige Bruttoinlandsprodukt der 96 ärmsten Länder der Welt im selben Jahr.
  • Käme der Rohstoff-Reichtum effektiv der Bevölkerung in Entwicklungsländern zugute, könnten bis 2030 gegen 540 Millionen Menschen den Weg aus der Armut finden. Das sind mehr Menschen als jene, die diesen Schritt seit 1994 in China geschafft haben.

Meilensteine

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