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Die Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie beschäftigt typischerweise Personen mit einer tiefen schulischen Bildung. Die Mehrheit der Angestellten sind junge Frauen, welche oft das einzige regelmässige Einkommen in ihren aus mehreren Generationen bestehenden Familien erwirtschaften.

Die Bekleidungsindustrie ist nicht kapitalintensiv, zudem bedingt die Produktion keine fundierte Ausbildung. Die Eintrittsschwelle in den Markt ist vergleichsweise tief. Oftmals ist die Bekleidungsindustrie einer der ersten Industrien in sonst agrarisch geprägten Gesellschaften. Es ist daher zentral, Standards für die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten zu setzen, denn die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie haben Rückwirkungen auf jene in anderen Industriesektoren eines Landes.

Vermeintliche Entwicklungschance Fashion–Industrie

Die meisten Modekonzerne arbeiten heute nach demselben Modell: Sie lagern arbeits– und umweltintensive Produktionsschritte in Billiglohnländer aus, um die Kosten möglichst tief zu halten. Dann setzen sie die Produkte auf lukrativen Konsummärkten ab. Da die meisten Konzerne keine eigenen Fabriken besitzen, sondern Aufträge an LieferantInnen vergeben, fühlen sie sich oft nur beschränkt verantwortlich für die Produktionsbedingungen. Sie argumentieren, es sei genug damit getan, dass sie mit ihren Aufträgen Arbeitsplätze sowie Entwicklungschancen für Tieflohnländer schaffen.

Die Funktionsweise der globalen Textil-, Schuh- und Bekleidungsindustrie verhindert jedoch das Entstehen von Entwicklungschancen für Produktionsländer und ArbeiterInnen.

Mobile Industrie erzeugt regionalen Wettbewerbsdruck

Die globale Fashion–Industrie gehört zu den agilsten Industrien weltweit. Damit konkurrieren nicht nur Fabriken miteinander, auch regionale Standorte und Länder sind einem hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Von den LieferantInnen wird natürlich eine hohe Produktivität, Qualität, Verlässlichkeit, Schnelligkeit und Termingenauigkeit erwartet – dies aber bitte zu Tiefstpreisen. Als grösster Standortvorteil erweisen sich dann aufgrund des Kostendrucks billige Arbeitskräfte. Um die eigene Textilindustrie zu fördern, setzen die Regierungen textilexportierender Länder wie Indien, Kambodscha, Bangladesch, Bulgarien oder Mazedonien die gesetzlichen Mindestlöhne weit unter dem Existenzminimum an. Damit keine InvestorInnen verloren werden bzw. um das Interesse neuer InvestorInnen zu wecken, üben viele Regierungen zudem Repressionen auf Arbeits- und MenschenrechtlerInnen aus. Das Clean Clothes Campaign–Netzwerk dokumentiert solche Fälle, zeigt sich solidarisch  und interveniert, um die lokale Zivilgesellschaft zu unterstützen.

Das Clean Clothes Campaign-Netzwerk

Die Clean Clothes Campaign (CCC) ist ein internationales Netzwerk verschiedener Organisationen (z.B. aus den Bereichen Menschen-, Frauen- und Arbeitsrechte) und Gewerkschaften, das sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie weltweit einsetzt. Gegründet wurde die CCC 1989 in den Niederlanden als Protestaktion gegen die ausbeuterischen Bedingungen in der Zulieferkette von C&A. In den 25 Jahren seiner Existenz entwickelte sich die CCC von einer Europa-zentrierten Bewegung mit Partnern in Produktionsländern zu einem wahrhaft globalen Netzwerk, das nicht nur eine Brücke zwischen Konsumierenden und ArbeiterInnen in der Bekleidungsindustrie schlägt, sondern auch eine solidarische Beziehung zwischen ArbeiterInnen in den Lieferketten der Modefirmen ermöglicht.

Heute besteht das Netzwerk aus über 250 Organisationen in Europa und Asien, die sich mit Sensibilisierung der Konsumierenden, öffentlichem Druck auf Regierungen und Unternehmen sowie politischem Lobbying dafür einsetzen, dass Kleiderfirmen ihre soziale Verantwortung wahrnehmen und sich die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken nachhaltig verbessern. Die verschiedenen Plattformen bilden dabei regionale Koalitionen, um die Probleme einer weltweit agierenden Industrie global anzugehen. Die CCC Schweiz ist Teil der europäischen Koalition und wurde 1999 durch Fastenopfer, Brot für alle und Public Eye gegründet und gemeinsam geführt. Seit 2003 wird die Kampagne durch Public Eye koordiniert und von folgenden Organisationen und Gewerkschaften ideell unterstützt: