Navigationspfad

Was Sie tun können

Es gibt viele Möglichkeiten für Sie als KonsumentIn und BürgerIn, sich für bessere Bedingungen in der Mode–Industrie einzusetzen. Hier eine kleine Liste als Anregung.

Bewusst einkaufen

  • Beginnen Sie Ihren Einkauf bei Unternehmen, die sich zur Bezahlung eines Existenzlohnes verpflichten und ein ernsthaftes Engagement für bessere Arbeitsbedingungen in der ganzen Lieferkette dokumentieren.
  • Überdenken Sie die verbreitete Wegwerfmentalität, geben Sie besserer Qualität und gut kombinierbaren Basics bzw. Klassikern den Vorrang.
  • Suchen Sie sich dauerhafte Lieblingsstücke.
  • Entscheiden Sie bewusst, wie oft Sie einkaufen und was Sie wirklich brauchen, lassen Sie sich nicht von kurzlebigen Fashion–Trends lenken. Eine Einkaufsliste, die Sie ein- bis zweimal im Jahr nach einem Blick in den Kleiderschrank machen, kann eine gute Hilfe sein.
  • Verzichten Sie auf billige Schnäppchen – Ausverkaufsware sind keineswegs immer Ladenhüter, sondern werden in vielen Fällen extra für den „Sale“ produziert.
  • Bevorzugen Sie bei Baumwollprodukten Kleider und Textilien aus biologisch angebauter und/oder fair gehandelter Baumwolle.
  • Lassen Sie sich nicht von Labels verwirren: Bis heute gibt es kein Label, das faire Arbeitsbedingungen und Existenzlöhne garantieren kann. Labels machen v.a. Aussagen zum verwendeten Rohstoff (z.B. Biobaumwolle), zur Schadstofffreiheit (z.B. Ökotex 100) oder zu Umweltfragen (z.B. EU Ecolabel). Labels, die von unabhängigen Stellen überprüft werden, sind generell glaubwürdiger als firmeneigene Labels. Mehr Infos zu Labels finden Sie in unsem Label Guide (PDF, 5.3 MB).

Sorgfältig tragen

  • Tragen Sie Ihre Kleider lange – Textilien sind keine Wegwerfwaren. Auch im billigsten T-Shirt stecken natürliche Ressourcen und harte Arbeit.
  • Waschen Sie ihre Kleider schonend und bei niedriger Temperatur. In die Waschmaschine nach einmaligem Tragen? Muss nicht sein – manchmal hilft auch schon auslüften.
  • Verzichten Sie aufs Tumblern – der Umwelt und den Kleidern zuliebe.

Sich engagieren

  • Teilen Sie der Kleiderfirma nach dem Einkauf mit, dass Ihnen existenzsichernde Löhne wichtig sind. Schicken Sie der Firma den Kassenbon per Post, zusammen mit einem vorbereiteten Talon. (PDF, 289 KB) Einfach downloaden, ausdrucken, unterschreiben, Adresse googlen und verschicken! 
  • Teilen Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrung. Erzählen Sie ihren FreundInnen, ihrer Familie und am Arbeitsplatz, wie die harte Realität der Kleiderproduktion aussieht.
  • Sensibilisieren Sie in Ihrem Umfeld für die Anliegen und Forderungen der Clean Clothes Campaign.
  • Fragen Sie im Laden nach den Produktionsbedingungen, sagen Sie, dass Ihnen das wichtig ist. Informieren Sie sich auch auf anderen Wegen (Website, Email, Brief, Telefon) über Produktionsbedingungen und etwaiges Engagement der Firmen.
  • Beteiligen Sie sich an Eilaktionen und Kampagnen der Clean Clothes Campaign, verbreiten Sie diese.
  • Mehr Individualität liegt ausserhalb der Fussgängerzonen: Stöbern Sie in Secondhand-Shops, nehmen Sie die Nähmaschine zur Hand oder lernen Sie stricken.
  • Organisieren Sie in Ihrer Stadt oder in Ihrem Freundeskreis eine Kleidertauschbörse und erneuern Sie damit Ihre Garderobe auf unkonventionelle Weise. Es gibt auch öffentliche Kleidertauschevents, wie z.B. das Walk–in Closet.
  • Bringen Sie die Themen der CCC in den Schulunterricht und bei Weiterbildungen ein.

Politisch aktiv werden

  • Fordern Sie Transparenz ein über die Beschaffungspraxis (generell und von Berufsbekleidung) in Ihrer eigenen Gemeinde.
  • Falls Sie selbst Berufsbekleidung tragen: Fragen Sie nach, wo die Kleider hergestellt werden, und ob bei der Beschaffung auf Arbeitsrechte und Ökologie geachtet wurde.
  • Setzen Sie sich dafür ein, dass in Ihrer eigenen Gemeinde sozial- und umweltverträglich beschafft wird, z.B. indem die Gemeinde eine Beschaffungspolitik verabschiedet, die soziale (ILO-Kernarbeitsnormen, Arbeitszeitbeschränkung und Existenzlohn), ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit beinhaltet.

Zu guter Letzt

Nehmen Sie sich nicht zu viel auf einmal vor – es ist heute praktisch unmöglich, den perfekten Kleiderschrank zu haben.

Setzen Sie sich kleinere und erreichbare Ziele, engagieren Sie sich dafür langfristig und konsequent für das Thema. Ein rigider Konsumverzicht oder Boykott hilft den ArbeiterInnen in den Fabriken nicht! Viel besser ist es, bewusst zu konsumieren und den Firmen immer wieder mitzuteilen, was man sich wünscht: Kleider, die Freude machen, ohne Ausbeutung.